Energiebilanz

Verbrauch / Kosten
Vorbemerkung Erstellungskosten

Ja, ein Passivhaus ist teurer als ein Standardhaus. In unserem Fall werden Mehrkosten auch nicht teilweise durch Wegfall der konventionellen (aktiven) Heizung kompensiert. Nur einen Kamin brauchten wir nicht errichten. Eine Betrachtung wann die Mehrkosten durch Verbrauchseinsparungen aufgefangen werden haben wir nicht durchgeführt.

Vorbemerkung Stromverbrauch

Unsere Wärmepumpe hat eigenen interne Stromzähler für Heizung und Warmwasser. Die Daten werden aus den Laufzeiten des Verdichters und der Leistungsaufnahme des Motors errechnet. Auch gibt es Wärmemengenzähler (WMZ), die die produzierten Wärmemengen im Warmwasser- und Heizungsbetrieb angeben. Die Effizienz einer Wärmepumpe wird durch die Arbeitszahl (AZ) beschrieben. Sie gibt das Verhältnis von Stromverbrauch zu gelieferter Wärmemenge an. Bei der Betrachtung über ein Jahr gibt man dann die Jahresarbeitszahl (JAZ) an.
Die aus der Wärmepumpe ausgelesenen Werte sind nicht überprüft worden. Die Angaben sind daher mit etwas Vorsicht zu genießen. Der jährliche Gesamtstromverbrauch kommt allerdings aus dem geeichten Stromzähler des Energieversorgers und ist somit real. Aus diesen Werten abzüglich der Verbrauchsangaben der Wärmepumpe ergibt sich der Verbrauch das gesamten Restes.

Stromverbrauch und Wärmemenge Wärmepumpe (nur Heizung) per anno

min.      WM 4.840 kWh / 833 kWh      => JAZ 5,81 (2014)

max.      WM 7.071 kWh / 1.245 kWh   => JAZ 5,68 (2025)

Ø p.a.    WM 6.202 kWh / 1.078 kWh    => JAZ 5,75 (2011 – 2025)

Stromverbrauch und Wärmemenge Wärmepumpe (nur Warmwasser) per anno

min.     WM 2.040 kWh / 659 kWh     => JAZ 3,10 (2016)

max.     WM 3.540 kWh / 1.230 kWh     => JAZ 2,88 (2024)

Ø  p.a.  WM Ø 2.458 kWh / 829 kWh  => JAZ 2,98 (2011 – 2025)

Stromverbrauch KWL

(gemessen 26 Watt auf Stufe 1, Herstellerangabe 27 Watt)

=> 228 kWh p.a.

Nachbetrachtung

So, die Passivhausvorgabe von 15kWh/m2 Heizenergie pro Jahr haben wir schon mal verfehlt.

Wir liegen bei ca. 28kWh/m2 pro Jahr, aber nur wenn uns der Wärmemengenzähler der WP nicht beschummelt. Falls die WP weniger geliefert hat sinkt die JAZ. Dafür verringert sich dann aber auch die aufgewendete Wärmemenge pro m². Da die Heizung von vornherein leistungsfähiger ausgelegt wurde war mir dieser Zielwert nicht so wichtig. Auch ist unser Nutzerverhalten mit 21-22 Grad Celsius und regelmäßig offenen Fenstern beim Schlafen zu berücksichtigen.

Aufgewendet hat die Wärmepumpe für Heizung im Schnitt 1.078 kWh/Jahr. Das macht dann 4,9 kWh/m2 und Jahr.

Die zweite Kenngröße bezieht sich auf den kompletten Primärenergieverbrauch des Hauses inkl. Haushaltsstrom für alle Verbraucher. Hier liegt die Messlatte des Passivhausinstitut bei 120 kWh/(m²a).

Als Primärenergie wird die Energiemenge bezeichnet die in einem Energieträger oder einer -quelle enthalten ist. Um nun eine bestimmte Energiemenge beim Verbraucher nutzbar zu machen braucht man eine größere Menge an Primärenergie, da Förderverluste und -aufwand, Transportverluste, Wirkungsgradverluste in Kraftwerken etc. abgezogen werden müssen. Beim deutschen Strommix wird der Faktor z.Z. mit 2,6 angegeben (Substitutionsmethode, Bundeszentrale für politische Bildung, 2019). D.h. für 1 kWh Strom „zu Hause“ werden 2,6 kWh aus Gas, Öl, Kohle, Kernkraft und regenerativen Quellen aufgewendet.

Weiter geht es zu: Fazit